Do, 27. August 2009 [Ausstellung, Texte, Lesung]
Kaethe Haase Kornstein, Dorothea Siebel: Ein aus dem Wasser ans Land geworfenes Individuum
Mit meinem Kamerablick schwenke ich szenenhaft ĂŒber SchauplĂ€tze und durch Randzonen der Hamburger Hafen-City. Wie zufĂ€llig fange ich schnappschussĂ€hnlich Bilder ein. Es sind aus dem Leben herausgerissene Momentaufnahmen, die fragmentarisch von scheinbar alltĂ€glichen, unspektakulĂ€ren menschlichen Begegnungen, Regungen und Handlungen erzĂ€hlen. Auf subtile Weise fĂŒhren sie uns in die tiefer liegenden, verborgenen Schichten des menschlichen Daseins. Die von mir eingefangenen Protagonisten erinnern an SchiffsbrĂŒchige, deren Fahrt ĂŒber das Wasser auf dem Trockenen enden; die auf ihrer Reise sich an Orten ohne Hafen wiederfinden, weil das scheinbar GegenwĂ€rtige mit dem unwiderruflich Vergangenem bricht. Hilflos und schemenhaft hĂ€ngen diese BruchstĂŒcke in den Spiegelbildern der Hafen-City-Glasfronten.Die Textlesung wird erweitert durch eine Buch-Bild-PrĂ€sentation.
Dorothea Siebel, Mai 2009
EIN AUS DEM WASSER ANS LAND GEWORFENES INDIVIDUUM
Ausstellung einer Serie von Fotos und einer Lesung von Texten
Zu der Ausstellung:
Es sind ErzĂ€hlungen in Bildabfolgen, ein Ankerplatz, ein Bilder - Ort, deren Ausgang die Erinnerung ist, die in der Gegenwart lebt und ihre Bedeutungen aus der Vergangenheit zieht.Es sind szenische Fantasien,von Gedanken, von FlĂŒsterungen: wieder ins Wasser zurĂŒck, zurĂŒck in den Hafen, als temporĂ€re PlĂ€tze der Sehnsucht,der klaren Sicherheit, wenn sie dann gefunden, ein Ankerplatz sein zu können: Ein Urzustand.Die Schiffe âdazuâ sind Orte der Transzendenz, Schiffe als TrĂ€ger fĂŒr die Ewigkeit der Seele. Schiffe können Deutungs- und Sehnsuchtsmodelle aufweisen, in denen die RealitĂ€t verklĂ€rt und verborgen sein kann und sie: Die Schiffe sind Möglichkeiten immer wieder zu fahren und immer wieder zu finden!
Zu den Texten:
UnabĂ€nderlich fĂŒr die Autorin durchziehen die Texte grundlegende,Fragen nach dem Erinnerungsgehalt einer eigenen Vision,nach den verschlungenen Pfaden als Ausgangsort eigner LösungsansĂ€tze, als Vermittlerin eines Dialoges mit dem Schweigen als eine mögliche Rettung, als eine unmögliche BewĂ€ltigung des eigentlichen Themas .... der des Horizonts.Der Horizont als eine Art Demarkationslinie fĂŒr ein unbekanntes zeitliches und rĂ€umliches, fragiles Versammeln,vom Ewigen zum FlĂŒchtigen, zum Ăberdauern und Erinnernder Etappen. Und trotz der Euphorie des Umbruchs gibt es nichts Wirkliches zu entdecken.
Kaethe Haase Kornstein, Mai 2009
